Ihr Beitrag zu einem gut funktionierenden Abwassersystem

Ihr Beitrag zu einem gut funktionierenden Abwassersystem

Wenn Sie die Toilette spülen, das Geschirr abwaschen oder duschen, denken Sie wahrscheinlich selten darüber nach, was danach mit dem Wasser geschieht. Doch alles, was im Abfluss verschwindet, wird Teil eines komplexen Systems, das dafür sorgt, dass das Abwasser gereinigt wird, bevor es in die Umwelt zurückgelangt. Ein gut funktionierendes Abwassersystem ist entscheidend für Umwelt, Gesundheit und Lebensqualität – und Sie selbst tragen dazu bei, dass es reibungslos funktioniert.
Warum Ihr Abfluss wichtig ist
Das Abwassersystem ist ein unsichtbarer, aber unverzichtbarer Teil der Infrastruktur. Es besteht aus Tausenden von Kilometern an Rohren, Pumpstationen und Kläranlagen, die täglich Millionen Liter Wasser transportieren und reinigen. Wenn alles funktioniert, bemerken wir es kaum – doch wenn es zu Störungen kommt, können die Folgen gravierend sein: Überschwemmungen, Umweltverschmutzung und teure Reparaturen.
Viele Probleme entstehen durch falsches Verhalten im Haushalt. Was wir in den Abfluss gießen oder in die Toilette werfen, hat großen Einfluss darauf, ob das System überlastet wird oder nicht.
Was niemals in die Toilette gehört
Die Toilette ist nur für drei Dinge gedacht: Urin, Kot und Toilettenpapier. Alles andere gehört in den Mülleimer. Trotzdem landen viele Dinge im Abwasser, die dort nichts zu suchen haben – und erhebliche Schäden verursachen können.
- Feuchttücher und Hygieneartikel – selbst solche, die als „spülbar“ beworben werden, können Pumpen und Rohre verstopfen.
- Fette und Öle – sie erstarren in den Leitungen und bilden sogenannte Fettklumpen, die den Durchfluss blockieren.
- Wattestäbchen, Haare und Zahnseide – sie verklumpen und lassen sich in der Kläranlage nur schwer herausfiltern.
- Chemikalien, Farben und Medikamente – sie stören die biologische Reinigung und können Gewässer belasten.
Merken Sie sich: Wenn Sie unsicher sind, ob etwas in die Toilette darf – werfen Sie es lieber in den Restmüll.
Regenwasser und Abwasser – getrennt ist besser
In vielen älteren Stadtteilen Deutschlands fließt Regen- und Schmutzwasser noch im selben Kanal. Bei starkem Regen kann das System überlastet werden, was zu Rückstau oder zur Einleitung von ungeklärtem Wasser in Flüsse führt. Deshalb setzen viele Kommunen auf die Trennung von Regen- und Schmutzwasser.
Als Hausbesitzerin oder Hausbesitzer können Sie mithelfen, indem Sie Regenwasser auf dem Grundstück versickern lassen. Zum Beispiel durch:
- Versickerungsmulden oder Rigolen, in denen das Wasser in den Boden einsickern kann,
- durchlässige Pflasterungen auf Einfahrten und Wegen,
- Regenwassertonnen, um Wasser für die Gartenbewässerung zu sammeln.
Diese Maßnahmen entlasten die Kanalisation und fördern zugleich den natürlichen Wasserkreislauf.
Pflege der eigenen Abwasserleitungen
Zwar sind die Kommunen für die öffentlichen Kanäle zuständig, doch die privaten Leitungen auf Ihrem Grundstück liegen in Ihrer Verantwortung. Ein verstopftes Rohr oder ein defekter Schacht kann schnell teuer werden, wenn es nicht rechtzeitig bemerkt wird.
Kontrollieren Sie regelmäßig:
- ob Gullys und Abläufe frei von Laub und Schmutz sind,
- ob Siphons mit Wasser gefüllt sind und keine Gerüche entstehen,
- ob es Anzeichen für Undichtigkeiten oder Rückstau gibt.
Bei älteren Gebäuden empfiehlt sich alle paar Jahre eine Kamerainspektion der Leitungen. So lassen sich Risse, Wurzeleinwuchs oder Verschiebungen frühzeitig erkennen.
Umweltfreundliche Gewohnheiten im Alltag
Ein funktionierendes Abwassersystem hängt auch von unserem täglichen Verhalten ab. Je weniger Schadstoffe und unnötiges Wasser wir einleiten, desto leichter kann das Wasser in der Kläranlage gereinigt werden.
Sie können einen Beitrag leisten, indem Sie:
- umweltfreundliche Reinigungsmittel mit Umweltzeichen verwenden,
- auf aggressive Chemikalien wie Rohrreiniger verzichten,
- Wasser sparen, etwa durch kürzere Duschzeiten oder volle Wasch- und Spülmaschinen.
Kleine Veränderungen im Alltag summieren sich zu einem großen Effekt – für das Abwassersystem und für die Umwelt.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Ein gut funktionierendes Abwassersystem ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Kommunen, Wasserbetriebe und Bürgerinnen und Bürger müssen zusammenarbeiten, um das System fit für die Zukunft zu machen – angesichts von Starkregen, Klimawandel und wachsender Bevölkerung.
Wenn Sie auf Ihre Abflüsse achten, helfen Sie nicht nur sich selbst, sondern auch Ihren Nachbarn und der Umwelt. Ein gesundes Abwassersystem beginnt zu Hause – mit den Entscheidungen, die Sie jeden Tag treffen.













